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Waldberufe

Aktuelles

05.09.2019

Den Buchen, Tannen und Fichten geht es schlecht

Braune Flecken im Aargauer Wald nehmen zu. Die Buchen lassen die Blätter bereits im Sommer braun werden. Bei den Fichten und Tannen wird eine wirksame Borkenkäferbekämpfung aufgrund der mehr als halbierten Rundholzpreise sehr schwierig. Die hohen Temperaturen der vergangenen Jahre gepaart mit wenig Niederschlag fordern Tribut.

Knapp drei Viertel der Holzmenge im Aargauer Wald bilden Buchen (32 %), Fichten (26 %) und Weisstannen (14 %). Alle drei Baumarten haben mit den höheren Temperaturen zu kämpfen. Durch diese steigt der Wasserbedarf der Bäume. Ist das Wasser nicht im erforderlichen Umfang verfügbar, sind die Bäume geschwächt und gestresst.

Der Trockenstress bei Buchen führte bereits im Sommer 2018 zu herbstlichen Verfärbungen der Blätter. Das Wachstum wurde gebremst. Rund 1'000 Buchen mit Welkesymptomen im Jahr 2018 werden durch die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) beobachtet. Rund 20 % zeigen ein halbes Jahr später (Frühling 2019) sichtbare Schädigungen, wie tote Kronenteile, Verletzungen der Rinde, Schleimflusskrankheit auf oder sind abgestorben. Auch im Sommer 2019 ist bei den Buchen der "braune Herbst" bereits wieder eingekehrt.

Die gestressten Fichten und Tannen sind anfällig auf den Borkenkäfer. Die Borkenkäfer bringen die Bäume in wenigen Wochen zum Absterben. Bei den Fichten lässt der Buchdrucker sie braun werden. Der krummzähnige Borkenkäfer ist bei den Tannen dafür verantwortlich, dass diese wie kupferfarbene Laternen aus dem Wald leuchten. Um die umliegenden Bäume zu schützen greift das Forstpersonal zur Säge. Die Sägereien in ganz Europa sind proppenvoll und die Holzpreise im Keller. Der Preis von Käferholz liegt aktuell bei rund 35.00 Franken pro Kubikmeter. Bei diesem Rundholzpreis legen die Waldeigentümer pro Kubikmeter 20 Franken drauf. Finanziell lohnt sich das nicht. Die Situation auf dem Holzmarkt ist schlimmer als nach dem Jahrhundertsturm Lothar 1999.

Die aktuelle Situation ist vielschichtig. Die Waldeigentümer gemeinsam mit den holzverarbeitenden Betrieben können die Situation nicht alleine lösen. Sie benötigen Hilfe. Die Politik ist dabei gefordert. An der Sitzung des Grossen Rates vom 27.08.2019 sind drei überparteiliche Vorstösse eingereicht worden. Rund 60 Grossrätinnen und Grossräten haben die Vorstösse jeweils mitunterzeichnet. Eine Mehrheit der Anwesenden Grossrätinnen und Grossräte haben der Dringlichkeit zugestimmt. Mit 70 Stimmen erreichte der Antrag dennoch das Quorum von zwei Dritteln nicht.

Vreni Friker, Grossrätin und Präsidentin WaldAargau will vom Regierungsrat wissen: „Welche Rolle spielt Holz als Baustoff und Energieträger bei den Projekten des Kantons.“ Ebenso wichtig wie die kantonalen Projekte sind die privaten Projekte. Bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050 und der aktuellen Klimadebatte kann Holz als Baustoff und Energieträger einen wichtigen Beitrag leisten. Auch da will Friker Antworten.

Mit dem Postulat betreffend Waldschäden will Friker bessere Unterstützung bei der Bekämpfung der Käfersituation. Das Waldbild wird sich verändern. Die Regierung soll mit den Waldeigentümern die Wiederbewaldung mit klimafitten Baumarten vorantreiben und finanziell unterstützten. Weiter soll auch in die Forschungs- und Entwicklung von neuen Holzprodukten investiert werden.

Das Postulat von Martin Brügger, betreffend besorgniserregender Zustand des Waldes und notwendige Massnahmen, geht in die gleiche Richtung. Das Ausmass der Schäden geht weiter, als nach dem Sturm "Lothar". Martin Brügger hält dazu fest: „Bei einem solch dramatischen Ausmass von Waldschäden wird erwartet, dass die Regierung strategische Vorgaben entwickelt und Massnahmen einleitet.“ Der Kanton soll für die Wiederbewaldung der entstandenen Schadenflächen aufkommen. Dazu ist ein Verpflichtungskredit in angemessener Höhe dem Grossen Rat zu unterbreiten.

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